Ich brauche eine Pause

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„Da wächst etwas, was da nicht hin gehört…“ So ein einfacher Satz. Und doch kann er einem den Boden unter den Füßen weg reißen.

Mir ist genau das passiert. Nach einer einfachen Untersuchung hörte ich diesen Satz von meiner Ärztin. Bis zu diesem Moment glaubte ich immer, dass mir niemand meine Kreativität nehmen könnte. Man kann mir vieles nehmen. Das kreative Arbeiten ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es ist eine Gabe, mein Ruhepol, eine Quelle der Kraft. Das bleibt mir – für immer. Dachte ich.

Stürmische Zeiten? Krisen? Habe ich wirklich schon zur Genüge erlebt. Leicht gemacht habe ich es mir dabei nie. Unterstützung hatte ich immer. Durch meinen Mann, gute Freunde, meine Familie. Viele haben mich getragen. Manche Hilfe konnte oder wollte ich nicht annehmen – habe die helfende Hand manchmal nicht gesehen.

Es gab so viele gute Seelen, die mich mit guten Gesprächen, Rat und tatkräftiger Hilfe durch die Stürme des Lebens begleitet haben. Ich habe sie gebraucht. Es war wichtig und tat gut, sie an meiner Seite zu haben. Meine Krisen musste ich letztendlich selbst überwinden. Dabei hat es mir immer geholfen, mich in ein neues, kreatives Projekt zu stürzen.

Diesmal war es irgendwie anders. Ich habe nur wenige Ideen überhaupt umsetzen können. Jeder angefangene Blogbeitrag ist ins Stocken geraten und blieb unvollständig. So unkreativ wie in den letzten Wochen war ich noch nie. Ich funktionierte zwar, blieb aber unvollständig.

Seit Wochen besuchen wir Freunde und Verwandte oder laden sie zu uns ein, um mit ihnen Zeit zu verbringen, Gespräche zu führen, Gedanken zu teilen. Für mich ist das schon immer wichtig gewesen. Jetzt umso mehr. Seit Wochen dominiert dieses eine Thema. „Dieses Ding, das da nicht hingehört, es muss raus!“ Wieviel Tränen habe ich vergossen? Ich weiß es nicht mehr! Ich weiß auch nicht, wie oft ich überhaupt darüber gesprochen habe und wieviele mir gut zu geredet, die Schultern geklopft oder ihre Hilfe bei der Kinderbetreuung oder im Haushalt zugesichert haben.

Ich weiß nur, dass ich nun ins Krankenhaus gehe und mich endlich befreien lasse. Dieses Gespenst „OP“ hat mich schon viel zu lang im Griff. Es ist mit jedem Gespräch, dass ich hatte, ein Stück kleiner geworden. Immerhin! Richtig los werde ich es aber nur, indem ich mich ihm stelle.

Ihr, meine lieben und treuen Leser, seid nun die letzten, denen ich mich erklärt habe. Ich habe unheimlich gern meine Ideen mit Euch geteilt. Und ich hoffe, dass ich bald wieder zu einer neuen Höchstform auflaufen werde.

Ich wünsche euch einen kreativen Herbst.

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30 comments on “Ich brauche eine Pause”

  1. Das „Gefällt mir“ soll eigentlich: ich fühle mit Dir ausdrücken. Ich hatte eine solche Situation in meinem engsten Familienkreis auch in diesem Jahr und ebenso als Angehöriger kann es Dir ganz schön den Boden unter den Füssen wegreissen. Ich drücke Dir die Daumen, wünsche Dir alles Gute und schicke positive Energie in Deine Richtung!

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  2. Jemand, der so kreativ, so aufmerksam, offenherzig und feinfühlig ist wie Du, liebe Michaela, wird auch diese neue unvorhergesehene Aufgabe in Deinem Leben packen. Ich wünsche Dir dazu all die nötige Kraft und drücke ganz fest beide Daumen!

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  3. Ich schicke Dir einen Blumenstrauß
    Gebunden darin für die Hoffnung: Anemone und Veilchen
    Für die Lebenskraft: Klee und Narzisse
    Für Hilfe: Akelei
    Für den Glauben: Iris
    Für die Abwehr des Bösen: Ganz viel Immergrün
    …. und eine herzliche Umarmung….
    LG, Ute – Maschentraeumereien

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  4. Ich wünsche dir alles, alles Gute für die weitere, nicht leichte, Zeit.
    Ich kann dich so gut verstehen. Ich hab am 13.9. die Diagnose Krebs (Mykosis fungoides) erhalten und gehe am Montag für 2 Wochen ins Krankenhaus zur Therapie. Bei mir ist es auf die Haut begrenzt.
    Kopf hoch…du wirst das schaffen, ich bin mir da ganz, ganz sicher.
    Ganz liebe Grüße und fühle dich vorsichtig umarmt.
    Caro

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  5. Ich hatte auch so etwas, das da nicht hingehörte. Ich habe mich davon befreien lassen. Und erstaunlicherweise hat es nicht nur schwierige und dramatische Momente gegeben, sondern die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit kann ebenfalls Stärke und Kraft geben. Ich wünsche dir sehr, dass du bei aller Angst und Furcht auch deine innere Stärke entdeckst und sie dich durch die kommende Zeit tragen kann. Und nimmt alle Hilfe an, die sich im Umfeld bietet und jede Pause, die du brauchst. Ich hoffe sehr, ich trete dir nicht zu nahe mit diesem Kommentar.

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  6. Liebe Michaela,
    egal was jetzt kommt, vergiss niemals, dass es viele Menschen gibt, die an dich denken und dass es nur eine Person gibt, die jetzt WICHTIG ist: DU!
    Wenn Du mal raus musst, im Sauerland gibt es sehr schönes Gästezimmer, Ruhe und wenn Du es brauchst auch immer ein offenes Ohr für dich.
    Fühl dich umarmt 😘

    Gefällt 2 Personen

  7. Ohweia… ich kann dir deine Sorgen und Nöte sehr gut nachfühlen. Für die OP wünsch ich dir das allerbeste, dass einfach alles wieder gut wird, richtig gut und du im Nachhinein sagen können wirst: Die Sorgen, die ich mir vorher gemacht habe, waren das Schlimmste an der ganze Sache.
    Ich drück dich und halte dir alle Daumen, dass alles einfach nur gut wird.

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